Brücken bauen über Kontinente: Der SkF Alsdorf auf Partnerschaftsreise in Kolumbien

Vertreter:innen der Caritas des Bistum Aachen auf Partnerschaftsreise in Kolumbien
Datum Icon 25. August 2025

Wie können soziale Herausforderungen in unterschiedlichen Ländern bewältigt werden? Was bedeutet gelebte Solidarität in einer globalisierten Welt? Und wie lässt sich voneinander lernen, über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg? Antworten auf diese Fragen suchte eine Delegation der Caritas im Bistum Aachen bei einer Reise nach Kolumbien – mit dabei: der Geschäftsführer des SkF Alsdorf.

Im August 2025 reiste eine 13-köpfige Gruppe aus dem Bistum Aachen im Rahmen der Partnerschaft mit Kolumbien nach Südamerika. Organisiert wurde die Reise von der Caritas im Bistum Aachen, die bereits seit vielen Jahren enge Beziehungen zur kolumbianischen Sozialpastoral pflegt. Ziel war es, die Zusammenarbeit zu vertiefen, voneinander zu lernen und neue Impulse für die soziale Arbeit auf beiden Seiten zu gewinnen.

Bogotá – Eine Metropole voller Kontraste

Die Reise begann in Bogotá, Kolumbiens Hauptstadt auf 2.600 Metern Höhe. Schon bei der Ankunft wurde deutlich, dass Kolumbien ein Land der Gegensätze ist: Zwischen kolonialen Gebäuden und moderner Architektur zeigt sich ein Stadtbild, das geprägt ist von Lebendigkeit, Kreativität und sichtbarer Armut.

Während des Aufenthalts in Bogotá besuchte die Delegation unter anderem das Goldmuseum sowie den Präsidentenpalast und kam mit Vertreter*innen der Bischofskonferenz ins Gespräch. Besonders eindrucksvoll war das Treffen mit Liliana Zamudio, der stellvertretenden Leiterin der nationalen Sozialpastoral. In einem intensiven Austausch wurden Themen wie Wohnungslosigkeit, Drogenabhängigkeit, Jugendarbeit und Gewaltprävention besprochen – Herausforderungen, die nicht nur Kolumbien, sondern auch unsere Arbeit beim SkF Alsdorf täglich begleiten.

Fachlicher Austausch als Fundament

In Kolumbien steht die soziale Infrastruktur vielerorts noch am Anfang. Viele Projekte sind lokal verankert, aber strukturell wenig abgesichert. Die Caritas Kolumbiens arbeitet daher eng mit kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen, um langfristige Lösungen zu entwickeln. Der Austausch mit deutschen Einrichtungen, wie dem SkF, ist hierbei eine wertvolle Unterstützung.

Als SkF Alsdorf bringen wir unsere langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Frauen, Familien und benachteiligten Menschen in diesen Dialog ein. Besonders in Bereichen wie psychosozialer Beratung, Prävention von häuslicher Gewalt oder Unterstützung für Alleinerziehende können wir Konzepte vorstellen, die auch im kolumbianischen Kontext anwendbar oder adaptierbar sind.

Umgekehrt lernen wir selbst sehr viel: Wie gestaltet man soziale Arbeit in einem Land mit instabiler Sicherheitslage? Wie funktioniert Hilfe zur Selbsthilfe unter den Bedingungen knapper Ressourcen? Wie kann Kirche gleichzeitig spiritueller Rückhalt und soziale Akteurin sein? Antworten darauf lieferte nicht nur der Austausch mit Fachkräften, sondern auch die vielen persönlichen Begegnungen mit engagierten Menschen vor Ort.

Quibdó & Pasto – Soziale Arbeit unter erschwerten Bedingungen

Nach Bogotá ging die Reise weiter nach Quibdó, einer Stadt in der pazifischen Region Kolumbiens. Hier wurde die Delegation mit einer ganz anderen Realität konfrontiert: tropisches Klima, Stromausfälle, schlechte Internetverbindung und doch unermüdliches Engagement von lokalen Initiativen, die sich für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen.

Wegen technischer Probleme und Verspätungen musste der Weiterflug nach Pasto um einen Tag verschoben werden. Eine Nacht in Bogotá am Flughafenhotel und ein sehr früher Weiterflug hielten die Gruppe jedoch nicht davon ab, die Reise motiviert fortzusetzen. In Pasto angekommen, führten weitere Gespräche mit lokalen kirchlichen Einrichtungen den Austausch fort. Besonders eindrucksvoll war der Besuch eines Projekts zur Friedensförderung, in dem Jugendliche mit schwierigen Biografien eine neue Perspektive erhalten.

SkF Alsdorf mit Geschäftsführer:innen der Caritas Aachen in Kolumbien

Eine starke Verbindung: Claudia Witgens

Ein Schlüssel zur erfolgreichen Partnerschaft ist Claudia Witgens. Seit Jahrzehnten lebt und arbeitet sie in Kolumbien und begleitet die Delegation als engagierte Fachkraft vor Ort. Sie ist nicht nur Bindeglied zwischen den Ländern, sondern auch Initiatorin zahlreicher Projekte, bei denen es um Frieden, soziale Gerechtigkeit und kirchliche Verantwortung geht. Ihre Arbeit, unterstützt von Agiamondo und dem Bistum Aachen, ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie kontinuierliches Engagement nachhaltige Wirkung entfalten kann.

Claudia Witgens trägt auch zur Sichtbarkeit des Aachener Friedenskreuzes bei – ein Symbol, das mittlerweile in vielen kolumbianischen Diözesen präsent ist und als Zeichen des Friedens und der Versöhnung dient.

Gemeinsame Werte, unterschiedliche Wege

Was bleibt von dieser Reise? Vor allem das Bewusstsein, dass soziale Arbeit weltweit eine ähnliche Motivation teilt: Menschen in Not zu begleiten, ihnen neue Chancen zu ermöglichen und Strukturen zu schaffen, die Teilhabe und Würde garantieren. Die Herausforderungen sind unterschiedlich, aber die Haltung ist dieselbe.

Für uns beim SkF Alsdorf ist die Partnerschaft mit Kolumbien ein bedeutender Impuls. Sie macht unsere tägliche Arbeit im Aachener Raum nicht kleiner – im Gegenteil: Sie stellt sie in einen größeren Kontext. Die Themen, die uns hier beschäftigen – Armut, Ausgrenzung, Gewalt, psychische Notlagen – sind globale Themen. Und der Austausch mit Kolleg:innen aus Kolumbien zeigt: Wir sind nicht allein in unseren Bemühungen, sondern Teil einer internationalen Gemeinschaft der Solidarität.

Die Reise nach Kolumbien war für den SkF Alsdorf eine bereichernde und bewegende Erfahrung. Sie hat den Blick geweitet und zugleich unsere eigene Arbeit neu verortet. Partnerschaft lebt von Begegnung, vom Austausch, vom gemeinsamen Ringen um bessere Lebensbedingungen über Grenzen hinweg.

Wir danken der Caritas im Bistum Aachen für die Organisation dieser Reise und freuen uns darauf, die gewonnenen Eindrücke in unsere Arbeit einfließen zu lassen – in der Hoffnung, dass viele weitere Schritte der Zusammenarbeit folgen.

Bilder: Thomas Hohenschue – Caritas Bistum Aachen